Richtprojekt Luxburgerfeld, Egnach am Bodensee

Stadträume, Wohnungsbau

Energiestandard

Minergie – P

Planung / Realisierung

 Wettbewerb 2018 Richtprojekt 2019-21 / in Bearbeitung

Gebäudetypologie

Mehrfamilienhaus

Bauherrschaft

Steiner AG, Benz Immobilien Treuhand GmbH

Sanfte Einbettung der neuen Siedlung

Durch eine präzise Gebäudesetzung entstehen in den Bereichen nördlich der neuen Erschliessungsstrasse grosszügige Freiräume mit unterschiedlichem Charakter. In den äusseren Baufeldern werden die Freiräume durch die blockrandartige Gebäudesetzung gebildet. Diese Räume können unterschiedlich bespielt werden und dienen allen Bewohnern als Erlebnis- oder Ruheraum. Im mittleren Baufeld verschränken sich die beiden Freiräume diagonal über den Quartierplatz mit öffentlichem Charakter zum intimeren Parkraum weiter nördlich Richtung See.

Zusätzlich entstehen vielfältige kleinere Freiräume in den Gebäudezwischen-räumen, welche mit dem Netz der kleinen Pfade untereinander verbunden sind und entsprechend aktiviert werden. Die Freiräume werden, wo es für die Raumbildung sinnvoll und funktional notwendig ist, durch Kleinbauten ergänzt. Mehrheitlich sind die notwendigen Nebennutzungen aber im Sockelgeschoss der Hauptgebäude angeordnet, wodurch die grossen Freiräume nicht durch Nebenbauten beeinträchtigt werden. Auch am Seeweg beim Anschluss der Nord-Süd Verbindung für Fussgänger und Velos wird ein baumbestandener Freiraum ausgebildet. Dieser Platz dient als Anknüpfungspunkt des neuen Quartiers am Seeweg und der geplanten Unterführung. Auch die neue Quartierstrasse soll als strukturierter Freiraum wahrgenommen werden können. Durch leichte Versätze im Strassenverlauf und die Setzung der Gebäude entlang der Strasse entstehen differenzierte Anbindungen der grossen Freiräume nördlich der Strasse und der Verbindungswege zu den Hauseingängen.

Klare Architektursprache

Alle Häuser haben einen ruhigen und gelassenen Aspekt. Den Fassaden liegt ein Grundrepertoire für Fensteröffnungen in drei Formaten zugrunde, die in unterschiedlicher Formation zum Einsatz kommen können. Die Hauszugänge werden mit Überhöhungen betont und gut auffindbar gemacht. Sockelstreifen und horizontale Bänder gliedern die Fassaden und machen die Gebäudestruktur rundherum lesbar. Die Wohnungen werden in der Aussenfläche durch ein System turmartiger Balkone oder halbeingezogener Loggien räumlich erweitert. Als Grundannahme gilt, dass eine leise Architektur entsteht, die ihre Gesamtwirkung aus dem Zusammenklang der Architektursprache mit der Gebäudesetzung und der Fassung der landschaftlich geprägten Aussenräume bezieht.

Soziale Verträglichkeit

Im Rahmen des Studienauftrags wurde ein Richtprojekt entwickelt, welches aus ortsbaulicher als auch aus landschaftsarchitektonischer Sicht überzeugt. Mit der präzisen Festlegung der Baubereiche im Gestaltungsplan wird die optimierte Anordnung und Stellung der Neubauten verbindlich gesichert. Durch die Bestimmung der maximal zulässigen Fassaden- und Gesamthöhen wird auch die Dimension der einzelnen Baukörper und deren Höhenstaffelung verbindlich festgelegt. Zusätzlich zur Festlegung der Anordnung und Grösse der Baukörper werden für die Neubauten auch erhöhte Anforderungen an die Fassaden- und Dachgestaltung gestellt.

Die Gemeinde Egnach bekundet im kommunalen Richtplan mit der Festlegung des Plangebietes als Innenverdichtungsgebiet ein öffentliches Interesse an der Entwicklung des Areals. Die zulässige Dichte, die Sicherstellung der quartiergemeinschaftlichen Nutzung bei den öffentlichen Platzbereichen tragen zur Belebung der Aussenräume bei. Die weitgehend verkehrsfreien und gut durchgrünten Umgebungsflächen mit ausreichend Spiel- und Freizeitflächen tragen zur Attraktivität und Qualität der Siedlung mit hochwertigen Wohnbauten bei.